Lange Arbeit am Computer, stundenlanges Scrollen auf dem Smartphone oder trockene Heizungsluft im Winter: Trockene Augen gehören zu den häufigsten Beschwerden rund ums Sehen. Sie können brennen, jucken oder das unangenehme Gefühl verursachen, als befände sich ein Sandkorn im Auge. Die gute Nachricht: Oft lassen sich die Symptome mit einfachen Maßnahmen deutlich lindern oder sogar vermeiden. 


Was sind trockene Augen? 

Damit unsere Augen gesund bleiben, sind sie von einem feinen Tränenfilm bedeckt. Dieser hält die Augenoberfläche feucht, versorgt sie mit wichtigen Nährstoffen und sorgt für eine klare Sicht. Gleichzeitig schützt er das Auge vor Keimen, Schmutzpartikeln und anderen äußeren Reizen. 

Von trockenen Augen spricht man, wenn dieser Tränenfilm aus dem Gleichgewicht gerät. Das kann passieren, wenn zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet wird oder diese zu schnell verdunstet. Die Folge: Die Augenoberfläche trocknet aus und reagiert empfindlicher auf Umwelteinflüsse. 

Warum der Tränenfilm unverzichtbar ist 

Der Tränenfilm setzt sich aus drei aufeinander abgestimmten Schichten zusammen. Die äußere Fettschicht reduziert die Verdunstung der Tränenflüssigkeit. Darunter liegt die wässrige Schicht, die das Auge mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt. Die innere Schleimschicht sorgt dafür, dass sich der Tränenfilm gleichmäßig auf der Augenoberfläche verteilt. 

Schon kleine Störungen dieses Zusammenspiels können Beschwerden verursachen. Dabei kann das Auge äußerlich unauffällig erscheinen. 

Welche Ursachen haben trockene Augen? 

Für trockene Augen kommen verschiedene Auslöser infrage. Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen. 


Bildschirmarbeit als Auslöser für trockene Augen 

Wer täglich viele Stunden vor Monitoren sitzt oder häufig auf Smartphone und Tablet blickt, blinzelt deutlich seltener als gewöhnlich. Dadurch wird der Tränenfilm nicht regelmäßig erneuert und die Augen trocknen schneller aus. 

Hilfreich ist es, regelmäßig kurze Pausen einzulegen und bewusst häufiger zu blinzeln. Probiere es mal aus: Richte alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden den Blick auf einen Punkt in rund sechs Metern Entfernung. 


Trockene Augen durch trockene Raumluft 

Vor allem in der kalten Jahreszeit sinkt durch Heizungen die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Auch Klimaanlagen oder dauerhafte Zugluft können dazu beitragen, dass der Tränenfilm schneller verdunstet. Besonders im Büro oder während längerer Autofahrten treten die Beschwerden deshalb häufig auf. 


Medikamente als Ursache von trockenen Augen 

Einige Arzneimittel können die Entstehung trockener Augen begünstigen. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Antihistaminika, Antidepressiva, Medikamente gegen Bluthochdruck oder hormonelle Präparate. Vermutest du einen Zusammenhang mit deinen Medikamenten, solltest du diese nicht eigenständig absetzen, sondern ärztlichen Rat einholen. 


Alter und hormonelle Veränderungen 

Mit zunehmendem Alter nimmt die Produktion der Tränenflüssigkeit häufig ab. Darüber hinaus können hormonelle Veränderungen – insbesondere während oder nach den Wechseljahren – den Tränenfilm beeinflussen. Deshalb sind Frauen in dieser Lebensphase häufiger von trockenen Augen betroffen. 


Erkrankungen als Ursache von trockenen Augen 

Auch verschiedene Erkrankungen können trockene Augen begünstigen. Dazu gehören unter anderem Diabetes, rheumatische Erkrankungen sowie Störungen der Schilddrüse. Bestehen die Beschwerden dauerhaft, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. 

Typische Symptome trockener Augen 

Die Beschwerden können sich von Person zu Person unterscheiden. Zu den häufigsten Anzeichen zählen: 

Viele Betroffene wundern sich über tränende Augen. Tatsächlich handelt es sich dabei oft um eine Schutzreaktion: Das Auge bildet sogenannte Reflextränen, die die Reizung ausgleichen sollen. Diese können den natürlichen Tränenfilm jedoch nicht ausreichend ersetzen und beheben die eigentliche Ursache nicht. 

Was hilft gegen trockene Augen? 

Welche Behandlung sinnvoll ist, richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Häufig genügt bereits eine Kombination aus kleinen Veränderungen im Alltag und einer gezielten Augenpflege. 


Hausmittel gegen trockene Augen 

Schon einfache Gewohnheiten können die Beschwerden spürbar reduzieren. Besonders warme Kompressen auf den geschlossenen Augen entspannen die Lidränder und unterstützen die Lipidschicht des Tränenfilms. Schon 5-10 Minuten Anwendungsdauer reichen. Die Kompresse (alternativ auch ein Wärmekissen oder ein Waschlappen) sollten dabei etwa 28 bis 45 Grad Celsius warm sein. Weitere sinnvolle Maßnahmen sind: 

  • bewusst häufiger blinzeln 
  • ausreichend trinken 
  • regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit einlegen 
  • Zugluft möglichst vermeiden 
  • Innenräume regelmäßig lüften und auf eine angenehme Luftfeuchtigkeit achten 
  • vitaminreiche und augewogene Ernährung 

Eine ausgewogene Ernährung trägt zur Gesundheit der Augen bei. Neben verschiedenen Vitaminen stehen insbesondere Omega-3-Fettsäuren im Fokus, da sie die Zusammensetzung des Tränenfilms positiv beeinflussen könnten. Gute Quellen sind fettreiche Seefische wie Lachs oder Makrele sowie pflanzliche Lebensmittel wie Leinsamen, Walnüsse oder Chiasamen. 

Ebenso wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wer täglich etwa zwei Liter Wasser trinkt, unterstützt den Körper dabei, genügend Tränenflüssigkeit zu bilden. 


Augentropfen bei trockenen Augen 

Befeuchtende Augentropfen (auch Tränenersatzmittel genannt) zählen zu den wichtigsten Maßnahmen bei trockenen Augen. Sie helfen dabei, die Augenoberfläche zu befeuchten und die Beschwerden oft schnell zu lindern. Entsprechende Produkte sind in Apotheken und mittlerweile auch in vielen Drogerien erhältlich. 

Welche Augentropfen am besten geeignet sind, hängt von deinen Beschwerden und deinen Gewohnheiten ab. Wer sie regelmäßig verwendet oder Kontaktlinsen trägt, sollte möglichst auf konservierungsmittelfreie Produkte zurückgreifen. Im Zweifel lohnt sich eine Beratung in der Apotheke oder beim Augenarzt. 


Trockene Augen bei Kontaktlinsen 

Kontaktlinsen können trockene Augen zusätzlich unangenehm machen. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass du auf sie verzichten musst. 

Oft helfen bereits kürzere Tragezeiten oder speziell entwickelte Kontaktlinsen für trockene Augen. Zusätzlich können benetzende Augentropfen den Tragekomfort verbessern – vorausgesetzt, sie sind ausdrücklich für Kontaktlinsenträger geeignet. 

Bleiben die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen bestehen, solltest du deine Augen untersuchen lassen. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, vorübergehend auf eine Brille umzusteigen. 


So beugst du trockenen Augen vor 

Mit einigen einfachen Gewohnheiten kannst du deine Augen langfristig entlasten: 

  • Blinzle bewusst häufiger – insbesondere bei längerer Bildschirmarbeit 
  • Gönne deinen Augen regelmäßige Erholungspausen 
  • Vermeide Zugluft durch Klimaanlagen oder Ventilatoren 
  • Achte auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Innenräumen 
  • Trinke ausreichend Wasser 
  • Pflege und reinige deine Kontaktlinsen sorgfältig 

Wenn deine Augen häufig trocken oder müde sind, kann auch eine unerkannte Fehlsichtigkeit dahinterstecken oder die Beschwerden verstärken. Ein Sehtest kann hier Klarheit schaffen. Bei eyes + more kannst du deine Sehstärke kostenlos überprüfen lassen und dich anschließend von unseren Experten beraten lassen. 

 

Trockene Augen: Wann solltest du ärztlichen Rat einholen? 

Gelegentlich trockene Augen sind meist unproblematisch. Halten die Beschwerden jedoch über längere Zeit an oder nehmen sie zu, solltest du sie augenärztlich abklären lassen. 

Eine ärztliche Untersuchung ist besonders wichtig, wenn die Beschwerden trotz der Anwendung von Augentropfen anhalten, starke Schmerzen auftreten oder sich das Sehvermögen plötzlich verschlechtert. Auch deutlich gerötete Augen, eine zunehmende Lichtempfindlichkeit oder eitriges Sekret aus dem Auge sollten ärztlich abgeklärt werden. Eine frühzeitige Diagnose hilft dabei, mögliche Grunderkrankungen zu erkennen und rechtzeitig die passende Behandlung einzuleiten. 

Häufig gestellte Fragen zu trockenen Augen

Ja, in vielen Fällen verschwinden trockene Augen wieder von selbst – vor allem dann, wenn sie durch vorübergehende Auslöser wie lange Bildschirmarbeit, trockene Heizungsluft oder klimatisierte Räume entstehen. Oft helfen schon regelmäßige Pausen, bewusstes Blinzeln oder befeuchtende Augentropfen, um die Beschwerden zu lindern. Halten die Symptome jedoch über mehrere Wochen an oder verschlimmern sie sich, solltest du deine Augen ärztlich untersuchen lassen. 

Gelegentlich trockene Augen sind meist harmlos. Bleiben sie jedoch unbehandelt, kann die dauerhaft gereizte Augenoberfläche anfälliger für Entzündungen oder kleine Verletzungen werden. Treten zusätzlich starke Schmerzen, eine plötzliche Sehverschlechterung oder eine ausgeprägte Rötung auf, solltest du zeitnah eine augenärztliche Praxis aufsuchen. 

Auch wenn es widersprüchlich klingt: Trockene Augen können verstärkt tränen. Der Grund ist eine Schutzreaktion des Körpers. Ist die Augenoberfläche zu trocken und gereizt, produziert das Auge vermehrt sogenannte Reflextränen. Diese enthalten jedoch eine andere Zusammensetzung als der normale Tränenfilm und können die Augen meist nicht dauerhaft befeuchten. Deshalb können die Augen gleichzeitig trocken sein und tränen. 

Ja, trockene Augen können indirekt zu Kopfschmerzen beitragen. Wenn die Augen ständig gereizt sind oder das Sehen durch den gestörten Tränenfilm immer wieder verschwimmt, müssen sich die Augen stärker anstrengen. Diese zusätzliche Belastung kann bei manchen Menschen Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl im Bereich der Augen und Stirn auslösen. Halten die Beschwerden an oder treten die Kopfschmerzen regelmäßig auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Auch ein Sehtest kann sinnvoll sein, um eine nicht erkannte Fehlsichtigkeit auszuschließen.