Was ist eine Gleitsichtbrille?

Ab wann man sie braucht & worauf du beim Kauf achten solltest

Mit zunehmendem Alter bemerkst du vielleicht, dass du beim Lesen die Zeitung weiter von dir strecken musst oder dass dein Blick zwischen Smartphone und Straßenschild immer mühsamer wird. Eine Gleitsichtbrille (Mehrstärkenbrille) kann hier die richtige Lösung für dich sein. Ob eine Gleitsichtbrille für dich geeignet ist und worauf du bei der Auswahl deiner (ersten) Gleitsichtbrille achten solltest, erfährst du hier. 

Gleitsichtbrille kurz und kompakt erklärt 

Eine Gleitsichtbrille vereint Fern-, Nah- und Zwischensicht in einem einzigen Brillenglas. Anders als eine Lesebrille oder eine Bifokalbrille mit sichtbarer Trennlinie wechselt sie stufenlos zwischen den verschiedenen Sehbereichen. Im oberen Glasteil ist die Fernsicht eingearbeitet, im unteren die Nahsicht – dazwischen liegt der Bereich für mittlere Entfernungen wie zum Beispiel den Bildschirm am Arbeitsplatz. Das Ergebnis: Du brauchst nur eine einzige Brille für den Alltag und musst nicht mehr Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Brillen 

Welches Gestell eignet sich für Gleitsichtgläser? 

Nicht jedes Brillengestell ist gleichermaßen für Gleitsichtgläser geeignet. Worauf es ankommt: 

Glasgröße: Die Einbauhöhe sollte mindestens 22–25 mm betragen, damit alle Sehzonen nutzbar sind. Sehr schmale Fassungen sind daher weniger geeignet. 

Sitz und Anpassung: Eine präzise Zentrierung durch den Optiker ist entscheidend. Gleitsichtgläser müssen exakt auf deine Pupillenposition abgestimmt sein. Schon wenige Millimeter Abweichung können das Sehergebnis verschlechtern und eine falsch zentrierte Brille kann zu Problemen führen. 

Glattes Material: Da Gleitsichtgläser etwas dicker ausfallen, empfiehlt sich ein Glas mit hohem Brechungsindex. Bei eyes + more ist der Index 1,6 der Standard. Das macht die Gläser spürbar dünner und leichter. 

Ab wann ist eine Gleitsichtbrille sinnvoll? 

Sobald du sowohl für die Ferne als auch für die Nähe eine Korrektur benötigst, kann eine Gleitsichtbrille die richtige Wahl sein. Ausschlaggebend ist meist die Alterssichtigkeit (Presbyopie): Die Fähigkeit des Auges, sich auf verschiedene Entfernungen einzustellen, nimmt mit den Jahren ab. Als Orientierungswert gilt eine Nahkorrektur ab etwa +1,0 Dioptrien in Kombination mit einer Fernsichtkorrektur. Genaue Werte ermittelt ein Sehtest beim Optiker.

Für wen ist eine Gleitsichtbrille geeignet? 

Eine Gleitsichtbrille empfiehlt sich, wenn du: 

  • ab Mitte 40 Schwierigkeiten beim Nahsehen bemerkst 
  • bereits eine Fehlsichtigkeit hast und zusätzlich eine Lesekorrektur brauchst 
  • nicht ständig zwischen mehreren Brillen wechseln möchtest 
  • einen abwechslungsreichen Alltag mit wechselnden Sehanforderungen hast 


Für wen ist eine Gleitsichtbrille nicht geeignet? 

  • Wer ausschließlich altersbedingt weitsichtig ist, kommt oft mit einer einfachen Lesebrille aus. 
  • Bei sehr spezifischen Sehaufgaben (etwa in Handwerk oder Sport) kann eine Spezialbrille die bessere Wahl sein. 
  • Menschen mit Gleichgewichtsproblemen reagieren manchmal empfindlich auf die Randverzerrung von Gleitsichtgläsern. 

Wer sich trotz längerer Eingewöhnung nicht wohlfühlt, sollte offen mit dem Optiker über Alternativen sprechen. 

Gleitsichtbrille bei Hornhautverkrümmung

Gleitsichtbrille bei Hornhautverkrümmung 

Auch wer eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) hat, kann Gleitsichtgläser tragen. Die Zylinderkorrektur wird einfach mit eingerechnet. Allerdings steigt dadurch die Komplexität der Anpassung. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Beratung beim Optiker. 

5 Tipps für den Kauf einer Gleitsichtbrille 


1. Keinen Sehtest während einer Allergiephase

Gereizte oder leicht geschwollene Augen können das Messergebnis verfälschen. Warte lieber ein paar Tage und gehe mit frischen und klaren Augen zum Sehtest. 


2. Ausgeruht zum Termin

Müdigkeit verändert den Tränenfilm und die Konzentration. Beides beeinflusst die Messgenauigkeit. Ein Sehtest nach einer schlaflosen Nacht ist keine gute Idee. 


3. Medikamente im Blick behalten

Bestimmte Medikamente, etwa für Diabetiker, können die Sehleistung im Tagesverlauf beeinflussen. Ein Hinweis findet sich oft im Beipackzettel. Sprich offen mit deinem Optiker darüber. Manchmal ist es sinnvoll, die Messung an mehreren Tagen zu wiederholen. 


4. Die richtige Fassung wählen

Mindestens 22–25 mm Glashöhe sind Pflicht, damit alle Sehzonen nutzbar bleiben. Kunststofffassungen eignen sich besonders gut, da sie dem Optiker mehr Spielraum bei Nachjustierungen lassen. 


5. Das Anzeichnen ernst nehmen

Der wichtigste Schritt beim Kauf: die millimetergenaue Markierung der Pupillenpositionen. Dabei werden unter anderem Augenabstand, Einschleifhöhe und Fassungswinkel berücksichtigt. Steh dabei sow, wie du immer stehst und bleib ganz locker und natürlich. Versuche dich nicht, deinem Gegenüber anzupassen und dich größer oder kleiner zu machen. Schon kleine Abweichungen können später zu Unverträglichkeiten führen. 

Tipps zur Eingewöhnung 

Die meisten Menschen gewöhnen sich zügig an ihre neue Gleitsichtbrille. In seltenen Fällen braucht es aber bis zu vier Wochen Geduld.

Diese 5 Tipps können bei der Gleitsicht-Eingewöhnung helfen: 

Konsequent tragen: Je häufiger du die Brille aufsetzt, desto schneller gewöhnst du dich daran. 

Nicht zwischen Brillen wechseln: Greif in der Eingewöhnungsphase nicht zur alten Einstärkenbrille zurück. 

Kopf mitbewegen: Dreh den Kopf in Richtung deines Blickziels, statt nur die Augen zu bewegen. 

Treppe bewusst wahrnehmen: Schau beim Treppensteigen aktiv durch den richtigen Glasbereich nach unten. 

Beim Optiker melden: Bestehen nach vier Wochen noch starke Beschwerden, kann eine Nachjustierung nötig sein. 

Wichtig: Fahre erst dann wieder Auto, wenn du dich mit allen Sehbereichen sicher fühlst. Achte dabei bewusst darauf, durch den oberen Glasteil deiner Gleitsichtbrille zu schauen.  

Deine Vorteile mit einer Gleitsichtbrille 

Warum entscheiden sich so viele Menschen für eine Gleitsichtbrille? Die Vorteile kompakt zusammengefasst:

  • Eine Brille für alle Distanzen 
  • Kein lästiges Wechseln mehr zwischen Lese- und Fernbrille 
  • Unauffälliges Design: Keine sichtbare Trennlinie, von außen wie eine normale Brille 
  • Alltagstauglich: Ob Autofahren, Büro oder Restaurant: die Gleitsichtbrille passt in jeden Moment 

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